Stoned Golem

*-* ... und wir wissen, dass es keine Wunder gibt ... *-*

So Long… And Thanks for All the Analytics

Ist es ein Zahlenfetisch? Oder brauchen wir die Daten, die Google für uns im Rahmen ihres Angebotes Google Analytics sammelt, wirklich? Nach den Enthüllungen von Edward Snowden über die britischen und amerikanischen Machenschaften wird es Zeit, das eigene Verhalten zu hinterfragen und gegebenenfalls etwas zu verändern. Die Aluhüte hatten recht — aber wir schimpften sie nur paranoid. Unsere Leichtgläubigkeit wurde direkt gegen uns eingesetzt.

Zeit, sich selbst wieder zur Wehr zu setzten. Dienste wie Threema oder heml.is vereinfachen schon jetzt (oder am Beispiel heml.is demnächst) die verschlüsselte mobile Kommunikation. Aber damit ist es nicht getan. Wir müssen aufhören, den Kraken weiterhin mit Daten zu füttern, denn so lange dieser Strom anhält, so lange werden auch Überwachungen wie Prism leicht für zentralistische und absolutistische Geheimdienste sein.

Ich wurde also nachdenklich. Und ich habe mich entschieden.

  1. Google Analytics fliegt wieder. Ich habe den Dienst zwar erst vor kurzem aufgenommen, weil es für mich der einzige Rückmeldungsweg war, ob sich jemand auf diese Website verläuft oder nicht. Aber ganz ehrlich: Dann schreie ich lieber alleine in den Wald hinein, wenn dafür niemand abgehört wird, als dass ich die Überwachung weiter unterstütze.

  2. Das Google Plus Profil fliegt ebenfalls. Selbe Begründung. Ich werde G+ nur noch für das gelegentliche Posten von Katzenbildern und für Zwecke, die Ingress betreffen, nutzen. Für alles andere reaktiviere ich meinen Diaspora-Account.

Ich bin mir bewusst, dass ich damit nicht komplett amerikanische — und damit prinzipiell problematische — Dienste los bin. Ich publiziere derzeit weiterhin auf github.io und für die Kommentarfunktion setzte ich weiterhin disqus ein. Aber: Den Verzicht auf Google, zumindest auf diesem Blog, kann ich sofort umsetzten. Ebenso wie ich mir Threema unkompliziert kaufen konnte. Es ist sicherlich noch nicht das Ende der Fahnenstange, aber ein Anfang.

Was machst du?

Mit Freifunk Zur Demo

Kurzer Überblick über die Demo

Am Samstag, 27.07.2013, fanden in vielen Städten Deutschlands Demonstrationen gegen Überwachung statt. Unter dem Motto “Stop Watching Us” ging ein breites gesellschafltiches Bündnis gemeinsam gegen die Gefahren einer totalen, elektronischen Überwachung auf die Straße. Laut Angaben der Tagesschau nahmen in Hamburg 2000, in Frankfurt 1000 und in Berlin 500 Menschen an den lautstarken Protestkundgebungen teil. In vielen weiteren Städten könnten zwischen 200 bis 500 Menschen mobilisiert werden1.

In Hamburg war das Bündnis, welches zur Demo mobilisierte, ausgesprochen breit aufgestellt, denn nebem dem Chaos Computer Club, dem Fachschaftsrat Informatik und den Piraten — die man allesamt getrost als “die üblichen Verdächtigen” in diesen Zusammenhängen bezeichnen kann — haben auch die Grünen und die FPD Hamburg den Aufruf unterzeichnet. Wie im politischen Zirkus üblich nehmen sich die Unterstützer auch das Recht raus auf der Veranstaltung einen Redebeitrag zu halten.

Es mag wenig überraschen, dass der FDP-Politiker Burkhardt Müller-Sönksen nicht gerade mit Freudenrufen empfangen wurde. Im Gegenteil: Kaum war sein Name und seine Parteizugehörigkeit genannt, schon erschollen lautstarke Buh-Rufe und Pfiffe, die auch seine ganze Ansprache begleiten sollten. Mehrfach kam die Forderung “Hau ab” auf. Ich stand ziemlich weit hinten und hatte keinen freien Blick auf den Lautsprecherwagen, aber mehrfach sollen wohl einzelne Personen versucht haben ihm das Mirko zu entreißen. Am Ende seiner Rede soll er auch vom Wagen gerissen worden sein, wobei er sich leicht verletzt hat2.

Gegen die lautstarke Unmutsbekundung ist meiner Meinung nach nichts einzuweden, der tätliche Übergriff dagegen war unnötig. In einem demokratischen Prozess hat man zwar das Recht, die Meinung des anderen nicht zur Kenntnis zu nehmen, aber nicht, ihn für Meinung oder politische Überzeugung körperlich anzugreifen. Schade, dass hier diese Grenze überschritten wurde.

Im Anschluss an die Redebeiträge setzte sich die Demonstration in Bewegung, um über die Mönkebergstraße und dem Gänsemarkt in Richtung St. Pauli zu ziehen. Auf dem Spielbudenplatz fand schließlich die Abschlusskundgebung statt, an der ich nicht mehr teilnehmen konnte, weil ich zu dem Zeitpunkt schon half, Freifunk an anderer Stelle zu promoten.

Ein kostenloses, mobiles Netz

Wie die Artikelüberschrift schon sagt war Freifunk auch auf der Demo vertreten. Ausgestattet mit autarken Routern boten wir unser freies WLAN direkt auf der Demo an! Klar, Wunder sollten nicht erwartet werden, denn wir hatte keine Möglichkeiten für in Uplink ins Internet — es sei denn, wir passierten gerade einen Knoten, mit denen die Demo-Router meshen konnten und die ihrerseits einen Uplink ins Netz lieferten. Aber wer erwartet auch schon auf einer Demo kostenloses Internet?

Um eine möglichst große Reichweite zu erzielen wurde der Router, wie auf dem Bild zu sehen, möglichst hoch montiert. Ein zweiter Router war an einem Rucksack geschnallt und wusselte auf diese Weise durch die Menge. Damit war unsere SSID hamburg.freifunk.net auf jedem WLAN-fähigen Gerät in Funkreichweite als freies Netzwerk sichtbar und wer sich einloggte und den Browser öffnete, dem wurde eine Splashpage ausgeliefert. Diese beinhaltete eine kurze Vorstellung unseres Projektes und Informationen zur Demonstration.

Aber das allein war’s noch nicht gewesen: In diesem schönen Streitwagen transportierten wir Router und an der Lenkstange war ein kleines Körbchen mit unseren Flyern befestigt. Die Flyer fanden reißenden Absatz und ich denke, wir konnten mit der Aktion viele potentiell interessierte Menschen auf uns aufmerksam machen. Für jene, die wir adhoc von uns überzeugen konnten (was in Anbetracht der Lautstärke einer Demonstration nicht sonderlich einfach ist), gab es die Möglichkeit, schon für Freifunk vorbereitete Router zu erwerben. Man mag es kaum glauben, aber einige der Geräte fanden tatsächlich neue Besitzer!

In Höhe der Neuen ABC-Straße trennte ich mich dann von der Demo. Vom Vorfall mit dem FDP-Politiker mal abgesehen war es eine friedliche und lautstarke Demo, die ihre Forderungen in die Öffentlichkeit trug. Einziges Manko aus meiner Sicht: Obwohl das Thema uns alle betrifft gingen nicht einmal 10.000 Menschen in Deutscland auf die Straße. Interessiert es niemanden? War die Mobilisierung zu kurz oder zu leise? Wie schafft man es mehr Menschen für das Thema zu sensibilisieren?

Fragen wie diese müssen die Organisatoren in der Nachbetrachtung sicherlich kritisch angehen, anstatt sich die Teilnehmerzahlen schön zu reden. Der Aufstand in den 80zigern gegen die damalige Volkszählung war auf jeden Fall stärker als der jetzige — obwohl wir von einem fremden Staat lückenlos auspioniert werden!

Jede*r.

Einzelne.

Von.

Uns!

Rezension: Ketten Jack

Zum Geleit

In der heutigen Rezension möchte ich mich ein wenig näher mit der Folge “Ketten Jack” aus der Hörspielreihe “Faith – The Van Helsing Chronicles” beschäftigen. Die Serie erscheint seit 2005 bei der Russel & Brandon Company und war Anfangs noch in Staffeln unterteilt. Die vorliegende Folge erschien als siebter Teil der ersten Staffel. Veröffentlichtungstag war der 23. Februar 2007.

Was bisher geschah

Achtung: Enthält Spoiler!

Als Faiths (Adoptiv-)Eltern ermordet werden, verändert sich das Leben der Teenagerin gewaltig, denn sie wird plötzlich zur Gejagten: Nicht nur, dass sie die letzte lebende Nachfahrin von Abraham von Helsing ist, nein, ihre Mutter war zudem noch ein Engel. Zusammen mit ihren Freunden Melvin “Vin” Masters und Shania Francis sieht sie sich fortan mit dem Übernatürlichen konfrontiert, welches ihr regelmäßig nach dem Leben trachtet.

Nur mit Hilfe von Christopher Lane, einem Freund von Faiths leiblichen Vater, und dem gefallenen Engel Raven schaffen es die drei Jugendlichen, die ersten Tage in der neuerdings feindlichen Welt zu überstehen. Dabei entdecken sie auch ihre eigenen, übersinnlichen Kräfte.

Es zeichnet sich immer mehr ab, dass Faith von einer Person namens Hunter gejagt wird. Laut Christopher Lane gehört er dem Bösen an und die bisherigen Begegnungen deuten auf die Richtigkeit dieser Interpretation hin. Auf seiner Jagd wird Hunter von der Hexe Valeria und der Vampirin Rufina unterstützt.

Cover und Klappentext

“Lindsay Webster verstummte schlagartig. Etwas Warmes, Klebriges klatschte ihr aufs Gesicht… rann ihr über die Wangen und tropfte auf ihre bebenden Lippen. Instinktiv zuckte die Zunge hervor und schmeckte die Flüssigkeit. Ein süßlicher, metallischer Geschmack. Lindsays Herz stolperte und sie fing an zu hyperventilieren. BLUT. Warmes Blut! — Dann krachte etwas Rundes vor ihr zu Boden. Lindsay Webster drehte den Kopf zur Seite. Langsam, sehr langsam. und dann — auf dem moosbewachsenen, feuchten Waldboden liegend — sah sie es! Das blanke Grauen!

Worum geht’s?

Ein Monster, welches in der Literatur als “Ketten Jack” überliefert ist, tötet in regelmäßigen Abständen Menschen. Just in dem Moment als Faith, Shenia, Vin, ein Lehrer und zwei Mitschüler einen Campingausflug unternehmen, scheint “Ketten Jack” wieder aktiv zu werden. Christopher Lane und Nathan Pierce machen sich auf, die Vorfälle zu untersuchen.

Während die Teenager nichtsahnend Marshmallows über dem offenen Feuer rösten, spitzt sich die Situation zu, denn auch Hunter und seine zwei Begleiterinnen haben die Spur von Faith aufgenommen. Und plötzlich verschwindet Faith…

Die Story ist handwerklich gelungen. Die Einführungsszene, die im Wesentlichen die beiden ersten, neuzeitlichen Opfer von Ketten Jack behandelt, ist mit gut über 10 Minuten mehr als übbig ausgefallen. Es liegt vor allem an der schauspielerischen Leistung von Santiago Ziesmer, der den Daniel Webster spricht, dass an dieser Steille keine Langeweile aufkommt. Gleichwohl wird schon in den ersten Minuten ein hohes Tempo aufgenommen, welches im weiteren Verlauf gehalten werden kann. Dieser Vorspann verspricht ein actiongeladenes Abenteuer.

Dies wird es dann auch tatsächlich, wobei vor allem die kunstvoll gesponnene Handlung zum Erhalt der Spannung beiträgt. Diese ist zwar nicht so undurchschaubar, wie es sich die Hörspielmacher vielleicht gewünscht hätten, aber platt ist sie zumindest nicht. Durch geschicktes Taktieren wird immer wieder versucht die Hörer/*innen auf die falsche Fährte zu locken. Ich muss zugeben, es ist zumindest interessant und mutig umgesetzt.

Vor diesem Hintergrund ist es verzeihbar, dass vieles bis ins letzte Detail übererklärt ist, was die Szenen teilweise länger macht, als eigentlich nötig wäre. Andererseits bleiben die Hörer/*innen bei vielen Actionszenen etwas ratlos zurück, da es zwar eine ausladende Geräuschkulisse gibt, aber keine Erklärung, was man da eigentlich hören soll bzw. was momentan geschieht. Hier leidet das Hörspiel ein wenig, denn es reduziert deutlich die Geschwindigkeit, wenn man sich erst zusammenreimen muss, was nun passiert sein könnte. Abhilfe schafft an dieser Stelle aber weiterer Durchlauf, zu dem ich auch ganz klar raten kann.

Die Sprecher

Wie so oft bei R&B sind die Rollen hochkarätig besetzt: Nana Spier als Faith, David Nathan als Raven, der schon erwähnte Santiago Ziesmer, Helmut Krauss, Thomas Nero Wolff, Martin Kessler… Jeder Sprecher und jede Sprecherin liefern einen guten Job ab und sorgen dafür, dass “Ketten Jack” zu einem unterhaltsamen Hörspiel wird.

Unter’m Strich

Unter’m Strich bleibt auch bei Folge 7 eine absolute Hörempfehlung für Fans von Buffy und Co. Je weiter die Serie voran kommt, desto mehr schafft sie es sich vom überlebensgroßen Vorbild Joss Whedons zu lösen und eigene Akzente zu setzen. Wem wundert es dann noch, dass bei genanntem Setting ziemlich viele dieser Akzente einfach over the top sind? Mich zumindest nicht. Es gehört aber auch zur Anlage dieser Serie, dass es mit der physikalischen und logischen Korrektheit nicht immer so genau genommen wird. Muss es ja auch nicht. Denn in der Phantasie funktioniert alles, was wir uns ausdenken können.

Wer sich mit diesem Manko abfinden kann, wird mit tollem Sound, großartigen Sprechern, einer guten Story und vielen, vielen Effekten belohnt, die Lust auf mehr machen. Auch die seit einigen Folgen zunehmenden Hinweise auf Faiths leiblichen Vater, der angeblich noch am Leben sein soll, motivieren die Serie weiter zu verfolgen.

Auch scheint die Einteilung der Serie in Staffeln langsam einen Sinn zu ergeben: Größere Zusammenhänge werden über mehrere Folgen hinweg diskutiert und vorangetrieben, während die einzelnen Folgen auch als “Monster of the Week” konsumiert werden können. Eine Erzählweise, die sich derzeit nicht so häufig im Hörspielsektor finden lässt.

Ich freue mich jedenfalls schon auf Folge 8. Rezension folgt. Versprochen!

Go on and Comment!

Mal wieder eine Pause. Mal wieder unangekündigt. Ein Vierteljahr gab es hier keine neuen Posts, während ich mich bei Google Plus oder Twitter rumtrieb und Ingress spielte. Gründe gibt es viele, aber wahrscheinlich wollte ich nicht öffentlich rumheulen, wie schwer es als Geisteswissenschaftler ist einen Job zu finden. Den hab ich zwar noch immer nicht, aber ich habe zumindest eine Vorstufe davon erreicht. Drückt mit also die Daumen, damit sich vielleicht daraus eine Arbeitsstelle entwickelt.

Aber das ist gar nicht der Grund, warum ich diesen Post hier schreibe. Vielmehr wollte ich darauf hinweisen, dass Stoned Golem weiter geht. Und inhaltlich wachsen wird. Etwas weniger Politik, etwas mehr Entertainment bzw. Kunst. Den Anfang wird eine Rezension machen, die ich heute noch im Anschluss einzustellen gedenke. Derer werden demnächst wohl einige folgen, vor allem aus dem Bereich Hörspiel und Science Fiction.

Dabei soll es aber nicht bleiben! Derzeit arbeite ich an der Übersetzung einer englischen Geschichte, die in Deutschland nicht sehr bekannt ist. Das Original ist inzwischen gemeinfrei und ich werde die Übersetzung unter die selbe Lizenz stellen wie das Blog. Außerdem plane ich eine Lesung zu ihr zu machen, um dann vielleicht noch ein Hörspiel hinterher zu schieben. Vorausgesetzt ich finde genug Leute, die Lust auf einsprechen haben.

Titel und Autor der Geschichte werde ich noch geheim halten, bis die Übersetzung fertig ist. Ich will euch ja nicht jede Spannung nehmen.

Doch das ist noch immer nicht alles, aber das Projekt halte ich lieber noch ganz geheim. Es kommt zwar gut vorran, ist aber noch nicht ganz in trockenen Tüchern. Vor allem muss ich schauen, wieviel Zeit mir nach dem 1.8. für das Projekt bleibt und ob diese ausreichen wird, das Projekt ernsthaft weiter zu verfolgen.

Das Leben bleibt also wie immer: Spannend. Und einen kleinen Ausschnitt lässt sich an dieser Stelle verfolgen. Aber da zuschauen alleine nicht su lustig ist wie zuschauen und meckern, habe ich mich dazu entschlossen, doch wieder Kommentare auf Stoned Golem zuzulassen. Das ganz wird über den JavaScript-Dienst Disqus realisiert werden. Wer (sinnigerweise) NoScript oder so benutzt wird keine Veränderung auf den statischen Seiten sehen, weil Disqus schlicht nicht geladen wird. Alle anderen werden einen neuen Kommentarbereich finden, wo sie ihr Mecker hinterlassen können.

Also, ran an die Tastaturen und schreibt mir, wie sehr ihr mich nicht vermisst habt!

Update

Wie unschwer zu erkennen ist, sieht Stoned Golem mal wieder anders aus. Ich weiß wir wieso, aber mit dem alten Template konnte ich keine Kommentare via Disqus einbinden. Da Github ja bekanntlich die Nutzer-URLs von github.com auf github.io umgestellt hat, habe ich die Gelegenheit genutzt und das Blog erneut mit den richtigen URLs aufgesetzt. Im Standartthema gehen jetzt auch die versprochenen Kommentare.

Insgesammt muss ich jetzt einige Funktionen wieder implementieren, darunter auch den vor allem bei mir beliebten flattr-Button. Je nach Lust und Laune kann dies den einen oder anderen Tag dauern. Wird also alles noch spannender, als geplant.

Brutality Sells…

Was tut man nicht alles für Aufmerksamkeit, insbesondere wenn man mit ihr den eigenen Lebensunterhalt bestreitet. Nicht erst mit der Erfindung von Werbung, privaten Rundfunkprogrammen oder den 68zigern ist bekannt, dass “sex sells”. Was aber, wenn das rhythmische Zusammenspiel nackter Leiber die Auflage nicht mehr zu steigern vermag, weil der Markt gesättigt ist?

Eine Möglichkeit, diesem Dilemma zu entfliehen, lässt sich an der Titanic und ihrem regelmäßigen Techtelmechtel mit Hitler-Covern beobachten. Sinkt die Auflage, wird Adolf reanimiert und auf die Titelseite gebracht, auch wenn es ansonsten kaum oder sogar keinen Bezug zu Nazis im Heft gibt. Das Antlitz des selbsternannten Größten Feldherren aller Zeiten sorgt für den nötigen Absatz um den Angestellten ordentliche Löhne zahlen zu können1.

Weg Nummer zwei wurde von den Springermedien perfektioniert: “Aufstachelnder Populismus” bzw. “populistische Hetzreden” umschreibt es wohl am Besten, was sich täglich in der Bild lesen lässt. Zwar sinkt auch hier langsam die Auflage2, aber noch immer verkauft sie sich wie geschnitten Brot. Hinterher will es aber niemand gelesen haben.

Eine letzte Möglichkeit ist, mit Schockeffekten an die markabare Neugierde und Schaulust der Leser*innen zu appellieren. Nachdem Sex und Porno in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind und nur noch bedingt schocken3 stellt Gewalt und Gore ein letztes Tabu dar. Auto-, Flugzeug- oder Bahnunfälle werden medial in aller Regel durch das direkte Zeigen zerstörter Technik und nicht anhand zermatschter Körper abgebildet; ein Foto verbeulten Metalls lässt automatisch an einen Unfall denken noch bevor wir die Überschrift oder auch nur einen Satz aus dem Artikel gelesen haben.

Da Unfälle in aller Regel nicht planbar sind werden sie dennoch gelegentlich in den Medien abgebildet — unwillentlich, wie ich den Medienmacher*innen zugute halten muss. Vor allem das Fernsehen ist mit den beliebten Live-Sendungen anfällig dafür, Träger und Verbreiter unbeabsichtigter Gewaltdarstellungen zu werden: Man denke hierbei an den Unfall bei “Wetten dass..” oder den Selbstmord von Budd Dwyer im US-Fernsehen.

Fälle wie diese sind tragisch, aber nicht den Medien anzulasten. Anders sieht es aber im aktuellen Fall von Kevin Ware, einem US-amerikanischen Basketballspieler aus. Vor einigen Tagen ist Ware bei einem wichtigen Spiel unglücklich gestürzt und hat sich dabei einen komplizierten Buch das Unterschenkels zugezogen. Der Knochen ist mindestens an einer Stelle durchgebrochen, so dass es schien, als hätte seine Wade ein weiteres Gelenk unterhalb des Knies. Mit dieser Verletzung wird er möglicherweise nie wieder seinen Sport professionell ausüben können.

Hier ein Screenshot, wie Yahoo! Sports über dieses Ereignis berichtete:

Man beachte den letzten Satz, der nur geschrieben wurde, damit Eltern mit traumatisch geschädigten Kindern die Website nicht verklagen können, wenn die Sprösslingen doch einen Blick riskieren sollte: WARNING: The image below is extremely graphic. Viewer discretion ist advised.4

Die sicherste Möglichkeit, Menschen dazu zu bringen, etwas zu tun, ist es, ihnen genau das zu verbieten. Der Screenshot deutet das Bild an, welches die Betrachter*innen erwartet: Einen Ausschnitt der Live-Übertragung des Spiels, in dem sich der Unfall ereignete. Aber es ist kein Standbild, wie man vielleicht zuerst denken könnten.

Oh nein, bei weitem nicht!

In Zeiten von Youtube, wo sich so ziemlich jeder grausige Unfall voyeuristisch aufgearbeitet finden lässt5, wirkt ein Standbild anachronistisch. Um mithalten zu können müssen die (Web-)Printmedien schon schwerere Geschütze auffahren. Und so läuft der Unfall von Kevin Ware in der sturen Dauerschleife eines animierten GIFs, welches sich gemäß Standard auch ohne Zutun der Betrachter*innen startet.

Da stellt sich mir eine medientheoretische Frage: Ist die Nachricht über den Unfall und die persönliche Tragik eines Menschen nicht an sich schon sensationell genug, damit sie Aufmerksamkeit generiert? Muss zur Steigerung der Auflage und der Klickzahlen eine Endlosschleife das Opfer an sein Leiden erinnern? Wie muss sich Kevin Ware fühlen, wenn er diesen Moment wieder und wieder ansehen muss, nur weil er unbedarft auf einer Nachrichtenseite surft?

Medienethik scheint oftmals ein Mienenfeld zu sein, welches Medienmacher*innen leider zu einfach unkontrolliert zur Explosion bringen können. Ich jedenfalls bin froh, dass wir derartige Zustände in Deutschland noch nicht erreicht haben und die Nachricht an sich einen Neuigkeitswert besitzt und dieser auch ohne “graphical support” verbreitet wird.


  1. Wahrscheinlich bin ich an diesem Punkt naiv, aber ich hoffe immer, dass Menschen von dem Leben können, was sie gerne machen. Das darf auch in der Verlagsbranche so sein.

  2. Trotz nackter Tatsachen, wie ich anfügen möchte, denn Springer verlässt sich nicht nur auf sein aufrührerisches Potential.

  3. Es sei denn, man tritt als feministische Rockband in einer russischen Kirche auf.

  4. Es darf an dieser Stelle nicht vergessen werden, dass wir von den USA reden, dem Land, in dem man zwar Hakenkreuze, aber keine Brustnippel zeigen darf; dem Land, in dem man Schmerzensgeld für ein selbst bestelltes Heißgetränk einklagen kann, wenn man sich aus eigener Dummheit dran verbrühte, nur weil auf der Verpackung kein Hinweis auf den heißen Inhalt angegeben war!

  5. Extremisten und andere Idioten sollen sogar Hinrichtungen bei Youtube einstellen. Die Logik ist hier identisch mit der der Medien: Brutality sells…

Zur Einstellung Des Google Readers

Okay, die Sache mit dem tl;dr am Anfang des Posts lasse ich sein, Die Idee finde ich zwar weiterhin nicht schlecht, aber die Platzierung ist bei genauerer Überlegung suboptimal und zerschießt das Layout. Anstatt mehr Übersichtlichkeit zu schaffen reduziere ich sie eher. War also ‘ne dumme Idee.

Ebenso doof, wie über die Osterfeiertage mit Fieber im Bett zu liegen. Zwar kann ich nun wieder ein paar Sachen am Stück machen, aber wirklich auf der Höhe bin ich noch nicht. Also seid ein wenig nachsichtig, wenn sich zu viele Fehler einschleichen sollten.

Ein mindestens ebenso dumme Idee hatte Google in den letzten Wochen: Quasi nebenbei geben sie das Ende ihres beliebten Dienstes “Google Reader” bekannt. Was war der Aufschrei da groß — mindestens ebenso groß, wie die Lücke, die der Reader angeblich hinterlässt. Dies konnte man an allen Stellen des Internets, in der FAZ (aus Gründen des Leistungsschutrechts nicht verlinkt) und sogar im heiligen c’t-Editorial nachlesen!

Merkwürdig aber, dass Google den Dienst wegen mangelnder Nutzung einstellt…

Zeiteinteilung [ ZdT #20 ]

Tot durch Stillstand?

Ja, ich weiß, ich hab mich lang’ nicht mehr bewegt!

Der Fall Böse Spie Mich Aus (2012)

Zeit ist etwas, von dem niemand genug haben kann. Immer mehr Projekte wollen betreut werden, doch der Tag will einfach nicht länger werden. Sogar Hobbies können in Stress ausarten, weswegen man sich gut überlegen sollte, in was man seine Energie steckt.

Stoned Golem macht mir viel Spaß, da ich mich hier nach Herzenslust austoben kann. Ob Rant, Rezension, Einblick in mein Leben oder aktueller Zwischenstand: Bisher hat hier alles seinen Platz gefunden, wenn ich mir Zeit genommen habe, meine Ideen in lesbare Posts umzuarbeiten.

Jetzt habe ich neben SG noch zwei weitere Blogs. Einen betreue ich gelegentlich, wenn mir danach ist und sich was nennenswertes in der Hörspielwelt bewegt. Der andere ist mir ebenso eine Herzensangelegenheit wie SG. In meinem neuen Projekt versuche ich mein Englisch zu “entrosten” und meine Sprachkenntnisse zu reaktivieren.

Wer möchte, kann sich das Resultat auf en.stonedgolem.de ansehen und einen Kommentar hinterlassen. Aber ich will im Grund keine Werbung für das neue Projekt machen, sondern mich eher hier entschuldigen. Die Schlagzahl an Posts wird definitiv abnehmen, da ich meine Zeit jetzt auf zwei Blogs aufteilen muss. Hinzu kommt noch, dass ein Post in Englisch ein klein wenig mehr Zeit erfordert als einer, den ich schnell in Deutsch “dahinrotzen” kann.

Damit mir nicht langweilig wird werde ich auch zusehen, dass sich die Themen auf beiden Blogs nicht zu sehr überschneiden. Auf jeden Fall will ich keine eins zu eins Übersetzungen anfertigen. Das würde mich wirklich langweilen.

Es bleibt also alles in Bewegung und damit spannend.

Introducing: The Humble Mobile Bundle

Eine schnelle Nachricht: Es gibt ein neues Humble Bundle!

Wie schon mit dem Music, dem eBook und dem THQ-Bundle geht das bekannte Projekt mit der aktuellen Veröffentlichung neue Wege: Zum ersten Mal gibt es keine Portierungen für Windows, Linux oder Mac! Ausschließlich Android-Games werden ausgeliefert. Diese scheinen aber auf dem ersten Blick ihr Geld mehr als Wert zu sein.

Folgende Games sind enthalten:

  • Anomaly: Korea
  • The Room
  • Metal Slug 3 ( * )
  • Plants vs. Zombies
  • Contre Jour
  • Bladeslinger ( * )

Die mit einem ( * ) markierten Spiele gibt es nur, wenn man gewillt ist, mehr als den Durchschnitt zu zahlen, der derzeit bei $5.53 liegt. Soviel kostet Anomaly: Korea fast alleine auf Google Play. Und als Bonus liegen bis auf Contre Jour alle Soundtracks der Spiele bei! Value for money also, denn bisher gab es keines der Spiele in einem vorherigen Bundle!

Interessant finde ich, dass die Bundle-Macher derzeit verstärkt auf Android zu setzten scheinen, immerhin war das letzte Bundle auch ein “Android-Bundle”. Mal sehen, wie sich das in Zukunft entwickelt.

Ich überlege mir jetzt erstmal, welches der Games ich auf meinem Nexus 7 die nächsten Stunden über zocken werde.

Happy Gaming!

Umzug Vollzogen

tl;dr

  1. Der Umzug ist vollzogen und die URLs werden geändert

  2. Umzug bedingt einige Fehler im neuen Code

  3. Ab heute geht es statisch weiter


Der Umzug ist vollzogen. Auch die alten Posts von WordPress haben in der Zwischenzeit hier ein neue Heimat gefunden. Zeit also, den letzten Schritt zu gehen und Stoned Golem komplett auf statisch umzustellen

Der Erste Tag Mit OctoPress

tl;dr

  1. Umstellung gelungen

    Die Umstellung ist gelungen und ich bin mit dem Ergenbnis zufrieden; jetzt stehen Umzugsarbeiten um.

  2. Neuerungen im Bezug auf die Nutzung von Octopress

    tl;dr wird jetzt immer zur Einleitung benutzt. Ebenso wird wohl Google Analytics demnächst hier eingesetzt werden.

  3. Details zum Umzug

    Die dynmische und statische Version von Stoned Golem werden demnächst die URLs tauschen, aber beide bleiben online. Vorerst.


Es ist vollbracht. OctoPress läuft, das Template gefällt und der Blog steht. Zwar klaffen noch viele Lücken und ich muss noch die alten Posts überführen, aber es scheint, als könnte ich WordPress demnächst dicht machen. Aber wie stelle ich das am Geschicktesten an? Und welche Zukunft sehe ich für dieses Blog?